Kinder an Musik heranführen

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“Jedes Kind hat ein angeborenes musikalisches Potenzial” sagen Musikpädagogen. „Unsere Studien zeigen, dass Musik Systeme im Hirn anregt, die Glücksgefühl vermitteln“, heißt es in der Neurowissenschaft. „Musik braucht keinen Menschen, aber jeder Mensch braucht Musik“, fomuliert ein bedeutender Schriftsteller. Handfeste Beweise dafür, dass Kindererziehung mit musikalischer Interaktion einhergeht.

Mit Begeisterung lernen

Vorlieben gibt es bei Kleinkindern und Babys noch nicht, diese entwickeln sich erst mit den Jahren, vor allem geprägt durch den Geschmack der Eltern. Sehr wohl saugen die Kleinen aber alle gebotenen Klänge in sich auf. Dabei sollten die Eltern aber stets eine breite Musikpalette zur Verfügung stellen und einen Fokus auf das Mitsingen und -tanzen legen. Es verhält sich ähnlich wie beim Erlernen einer Sprache – mit einem „lebendigen“ Gegenüber fällt die Aufnahme des Gebotenen wesentlich leichter.

Musik sollte von Anfang an in den Alltag integriert werden, beginnend mit rhythmischen Kinderliedern wie Hänschen Klein, begleitet von Bewegungsabläufen wie Fingerspielen und Hüpfeinlagen. Die Begeisterung für Musik steht dabei immer im Vordergrund und falsche Scham ist absolut fehl am Platz. Ein erstes eigenes Instrument stellt dann schon ein Spielzeug mit verschiedenen Klangmöglichkeiten dar.

Probleme mittels Musik bewältigen

Spätestens in der Pubertät kommt die Musikalität den Kindern zugute. Mit Gesang und Instrumenten lassen sich Gefühle ausdrücken, die sonst auf andere Art und Weise an die Oberfläche kommen müssten. Die gefühlstechnischen Turbolenzen lassen sich so musisch verarbeiten. Die völlig falsche Herangehensweise ist jedoch Zwang. Das Erlernen eines Musikinstruments sollte niemals verpflichtend sein und auch der eventuelle Musikschulbesuch sollte immer im Einklang mit dem Willen des Kindes stehen.

Zudem müssen sich die Eltern mit dem ständigen Wachstum der Musiklandschaft abfinden, dem Kind darf kein Geschmack vorgegeben werden. Alte Kassetten oder Tonträger belegen die heute als unmöglich empfunden musikalischen Vorlieben der Elterngeneration. Genauso wird es in Zukunft Musikrichtungen geben, die der Jugend gefallen. Was heute elektronische Musik ist und von den Omas und Opas abgelehnt wird, könnte in wenigen Jahren schon erbarmungsloser Kitsch-Metal sein. Hier ist Rücksicht und Respekt gegenüber den Vorlieben des Kindes gefragt.

Die einzige Ausnahme stellt natürlich menschenverachtende Musik dar, die leider schon immer Hörer in der jüngeren Generation gefunden hat (Beispiel Rechtsrock). Doch auch hier gilt: offen mit dem Kind sprechen und sowohl sachlich argumentieren, als auch einfühlsam für die Gefühle des Kindes sein. Solche Neigungen weisen meist darauf hin, dass dem jungen Menschen etwas fehlt.

Die Magie von Musik bewahren

So schön Musik auch ist – eine Dauerbeschallung ist nicht förderlich. Das Kind muss lernen, dass Musik etwas Besonderes und kein omnipräsentes Hintergrundgeräusch ist. Nur so kann es eine natürliche Liebe zu allem Musikalischen entwickeln und somit auch indirekt schon das Fundament für Sozialität legen. Denn Musik vereint.

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